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UNDERGOD - THANATEROS - DOWN BELOW - THE CASCADES

UNDERGOD - THANATEROS - DOWN BELOW - THE CASCADES

Ort: Berlin - Garage Pankow
Datum: 30.09.2004

Eigentlich ist die Garage Pankow ein Jugendclub. Allerdings weist das Abendprogramm schon einen ziemlichen Schwerpunkt in Sachen Rock und Gothic auf. So war es auch nicht wirklich verwunderlich, dass hier das Berliner Label Rabazco mit einer Labelnight seine hoffnungsvollsten Acts präsentieren wollte. Erstaunlich war höchstens, dass dieses Event im Rahmen der Popkomm stattfand. Anfangs war die Garage, bis auf ein paar wenige verirrte Seelen, gähnend leer. Auf dem Hof tummelten sich zwar in der Nähe des Grills so einige Leute, ich zog es allerdings vor, mich nicht der abendlichen Kälte auszusetzen und wartete im Konzertraum auf Spannung, Spaß und Unterhaltung. Wie sich später herausstellen sollte, hatte ich dadurch nur leider die Feuerperformance der Berliner Truppe SEELENFUNKEN“ verpasst, so wie mir überhaupt die Running Order des Abends völlig unklar war. Ich tippte aber auf THANATEROS als Headliner des Abends.

Nach 21 Uhr dann begannen die Gothrocker THE CASCADES mit ihrem Programm und legten ein ordentliches Brett vor. Die vier Berliner schienen sich gar nichts aus der spärlichen Besuchermenge zu machen, legten sich professionell ins Zeug und hätten wohl vor ausverkauftem Haus kaum energetischer spielen können. M.W. Wild poste unglaublich cool herum, der Mikroständer wurde eher zum Spielzeug und die Kommunikation mit dem Publikum lief prima. Allgemein schien der Düsterrock mit Songs hauptsächlich vom neuen Album „Spells and Ceremonies“ gut anzukommen. Das „Hexen Einmaleins“ vom Vorgänger „Corrosive Mind Cage“ hatte wohl einige Fans im Publikum, da ging für die dünnbesiedelten Verhältnisse recht gut die Post ab. Schade, dass auch nach nunmehr drei Longplayern der Bekanntheitsradius immer noch recht begrenzt ist.

Danach enterten die sächsisch-anhaltinischen DOWN BELOW, die Bühne. In fantasievollen cyber-ägyptischen Klamotten – im Falle von Sänger Neo-Scope anfangs zusätzlich mit einer Tut-Anch-Amun-Maske angetan – trat die hier auf fünf Leute reduzierte Gothmetalband vor die Besucher und rockte, was das Zeug hielt. Nicht nur optisch, auch thematisch hatte man sich dem alten Ägypten verschrieben, wie die durchgehend spannenden Songs vom Debutalbum “Silent Wings: Eternity“ bewiesen. Dass kaum jemand das Material vorher kannte, schien nebensächlich zu sein, die Jungs hatten ganz offensichtlich einen Riesenspaß, sprangen und moshten durch die Gegend und versuchten, das Publikum zum Mitmachen zu animieren. Bei einer explosiven Version des HEROES DEL SILENCIO-Klassikers „Entre dos tierras“ geriet zwar etwas mehr Bewegung in die Reihen, ansonsten harrte man eher abgeklärt der Dinge die da kommen sollten. Bei den wenigen Leuten auch erklärbar. Trotzdem waren DOWN BELOW die Überraschung des Abends für mich – und das nicht nur, weil u.a. der leckere Neo eine regelrechte Augenweide war!

Es folgte eine erneute Umbaupause, in der man sehr schön beobachten konnte, wie 1. das Publikum jedes Mal die Räumlichkeiten verließ, 2. die Musiker sich fröhlich unter die Besucher mischten und 3. der eine dem anderen beim Aufbauen half. Zum Vierten die konkrete Erkenntnis: der nächste Auftritt sollte THANATEROS gehören, was mich leise überraschte. Sehr schnell wurde es um einiges voller im Saal, zum ersten Mal an diesem Abend wurde es eng und befanden sich Fans direkt vor der Bühne. Auch auf der Bühne wurde es voller, immerhin bestand die Livebesetzung von THANATEROS aus 6-7 Spiel- und Sangesfreudigen. Der Celtic Rock der letzten zwei Alben dominierte das Programm und die Band bewies auch live ihre überragenden Qualitäten. Ben trug seinen üblichen Fellüberwurf spazieren und hatte sichtlichen Spaß an der Interaktion mit dem begeisterten Publikum. Sängerin Josefine stand ebenfalls für einige Lieder mit auf der Bühne, ließ bauchtanzend die Hüften kreisen und lieferte sich mit Ben ein packendes Stimmenduell. Beim POGUES-Cover „Dirty Old Town“ erreichte die Stimmung dann ihren Höhepunkt: es wurde so richtig die Sau rausgelassen und die ersten Reihen feierten komplett ab. Mit „Turn the Tide“ beendeten THANATEROS vorläufig ihr Set, wurden aber, ohne dass sie überhaupt die Bühne hätten verlassen können, schon lautstark zu Zugaben aufgefordert. Scheinbar hatte der Veranstalter aber anderes im Sinn und da begonnen dann die Diskussionen und Probleme. Irgendwie einigte man sich auf einen Kompromiss und spielte statt der geplanten zwei Zugaben nur eine – und mit „So High“ beschloss man dann endgültig den Auftritt und machte Platz für den – mehr oder weniger – Headliner des Abends.

Mehr oder weniger deshalb, weil viele Leute offensichtlich nur für THANATEROS da waren und zudem aufgrund der schon deutlich vorgerückten Stunde eine ziemliche Abwanderung in Richtung Zuhause stattfand. Daher fanden sich die schweizerischen UNDERGOD vor ähnlich vielen Zuschauern wieder wie die ersten beiden Acts. Ich persönlich war auch zu fertig, um noch stehend in der ersten Reihe zu verharren und zog mich bald mit einem Bierchen sitzenderweise in den hinteren Teil zurück. Doch auch von da ließ sich feststellen, dass die drei Jungs mit dem netten Dialekt sich zum einen um ein sexy gekleidetes Weiblein an der Gitarre ergänzt hatten und zum anderen sehr routiniert ihre Rock-Knaller im Stile von NIN und WHITE ZOMBIE zum Besten gaben. Je weniger Zuschauer noch vor der Bühne stand, desto interessanter wurde es aber, denjenigen zuzuschauen. Eine Hälfte von THANATEROS war offensichtlich recht begeistert vom dem Brett, was es auf die Ohren gab, andere tanzten hingebungsvoll die freien Flächen ab. Ich war fast schon zu müde, um die Leistung von UNDERGOD gebührend würdigen zu können, zudem fiel mir zum ersten Mal an diesem Abend deutlich auf, dass leider alle Synthies vom Band kamen. Aber es stand ja auch alles im Zeichen des Rocks, von daher: alles halb so wild. Kurz vor 2 Uhr morgens verabschiedeten sich die Schweizer Chartstürmer von den übriggebliebenen Leuten und die Rabazco-Labelnight in der Garage Pankow war damit offiziell beendet, so dass ich ruhigen Gewissens nach Hause wanken konnte.

SETLIST THE CASCADES:
Spells and Ceremonies
Sea of Love
Revolution Come
Hexen Einmaleins
Ground Zero
Disappointed
Belong Together
Eternal Funeral
Ihr werdet sein


SETLIST DOWN BELOW

Twelve
How to die in space
The man who robs dead people
Entre dos tierras
Up and away
Lovely Places
Embalmment
The night has taken over

SETLIST THANATEROS

Intro
Tir Na n’Òg
Immrama
I’m changing
Siuil a Run
Templeh/ Drowsy M.
Gayatri
Calling Llyr
No Rest
Dirty Old Town
Turn the Tide
So High

SETLIST UNDERGOD

Die Yuppie
I feel you
Physical
Kill me
Automatic
Devil in me
Break
Neurotic


Copyright Fotos: Antje Wagler


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helianthe (30.09.2004)

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