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IN EXTREMO

IN EXTREMO

Ort: Osnabrück - OsnabrückHalle
Datum: 05.03.2010

Die Mittelalter-Rockband IN EXTREMO feiert in diesem Jahr ihr 15jähriges Bestehen, deswegen wird im Juli ein großes Jubiläumsfestival in Erfurt stattfinden. Vorher sind die sieben Musiker aus Thüringen aber auf „Tranquilo“-Akustik-Tour, deren erster Teil bereits im Dezember 2009 stattfand. Nach je einer Station in der Schweiz und Österreich gab es in Osnabrück nun das erste Konzert im Deutschland zum zweiten Teil der Tour und zwar in der sehr funktional anmutenden OsnabrückHalle. Nachdem man im Schneeregen unter widrigsten Bedingungen die Halle erreicht hatte, konnte man diese ohne große Warterei entern. Der Saal war - wie bei Akustik-Konzerten üblich - bestuhlt, was für viele Fans sicher eine neue Erfahrung war. Die Stühle im Parkett waren zu ca. 80 Prozent belegt, oben auf der Empore tummelten sich eher wenige Besucher, die im Übrigen sämtliche Alters- und Szeneschichten abdeckten. Vom Punk über die aufgebrezelte Gothin, den Leder Metaller bis hin zu trauten älteren Herrschaften in Jeans und Karohemd. So soll es sein – Musik, die vereint.

Eine Vorband gab es nicht, weshalb IN EXTREMO direkt um 20 Uhr loslegten. Mit den „Merseburger Zaubersprüchen“ gab es einen Klassiker zu Beginn. Insgesamt war die Setlist aber deutlich von Stücken von der letzten beiden Alben „Mein rasend Herz“ und „Sängerkrieg“ geprägt, so folgten „Spielmann“, „Frei zu sein“ und „Mein Sehnen“. Das Publikum sang von Anfang an laut mit. Die sieben Spielleute waren diesmal mit Krawatte, Hosenträgern und teils längerem Rock gekleidet, um so auch den passenden Rahmen für das Event zu bieten. „Tranquilo“ ist der spanische Begriff für „Entspannung“ und so war auch die Stimmung bei Musikern und Fans. Die Bühne war dementsprechend schlicht gestaltet und es gab natürlich auch keine Effekte. Sänger Michael Rhein a.k.a. „Das letzte Einhorn“ war auf einem Podest vorne an der Bühne mit Tischlampe platziert. Er begrüßte das Publikum und freute sich, dass trotz des schlechten Wetters so viele zum Konzert gekommen waren. Weiter ging es mit „Singapur“ und „Ave Maria“, danach die zweite Akt der „Merseburger Zaubersprüche“. Eine kleine Geschichte am Rande: Eine Reihe vor mir saß ein junger Mann mit Irokesen-Frisur, der wohl vor dem Konzert zu viel Alkohol oder Ähnliches konsumiert hatte. Er schlief bereits zu Beginn des Konzertes auf seinem Stuhl ein und seine Freundin hatte Mühe, ihn wieder zu wecken. Sie war dann wohl sauer und suchte sich mir nichts dir nichts einen anderen Platz, woraufhin sich der Herr später ziemlich wankend auch davon trollte...

Vor dem zehnten Stück „Nymphenzeit“ wurde dann auch schon vom „Einhorn“ eine Pause angekündigt, so dass gegen kurz vor 21 Uhr die Zuschauer die Zeit für den Kauf eines Kaltgetränkes oder zum Rauchen oben auf der Dachterasse nutzen konnten. Um 21:10 Uhr ging es dann mit den beiden Klassikern „Vollmond“ und „Die Gier“ weiter. Während das Publikum beim ersten Teil noch sitzen geblieben war, standen im zweiten Teil Viele immer mal wieder auf und wurden von Micha Rhein auch dazu aufgefordert. Sie sangen weiterhin laut mit und feierten die Darbietung der Band ab. Die Musiker hatten die Pause auch zum Tausch ihrer Kleidung genutzt und waren jetzt individueller je nach Geschmack gekleidet. Mit „ Nur ihr allein“ und „Liam“ folgten zwei Lieder vom Album „Mein Rasend Herz“, mit „Flaschenpost“, „Sieben Köche“ und „Auf`s Leben“ später drei von „Sängerkrieg“. Zwischen den Titeln stelle Micha die Mitglieder der Band einzeln vor, die dann mit einem Solo in den nächsten einsteigen konnten. Ende Februar hatte die Band bekannt gegeben, dass man sich einvernehmlich von Schlagzeuger Reiner Morgenroth („Der Morgenstern“) getrennt habe. Dieser wurde auf der Tour durch den langjährigen Freund und Chef-Roadie der Band, Adrian Otto, ersetzt.

Die Deutschen hatten mittlerweile die Bühne verlassen, kehrten nach Zugabe-Rufen aber schnell wieder auf selbige zurück. Nach „Mein rasend Herz“ coverten IN EXTREMO das AC/DC-Original „It’s a long way to the top“. Es war durchaus interessant, diesen auch mal in einer Dudelsack-Variante zu hören. Zwischendurch forderten die Fans wiederholt den „Spielmannsfluch“, zur Enttäuschung mancher sagte Micha aber, dass dieser heuer definitiv nicht gespielt werde. Nach „Herr Mannelig“ wurde dann das letzte Stück angekündigt, hierbei handelte es sich um „Küss mich“. Musiker und Publikum gaben noch mal ihr bestes.

Um 22 Uhr war das Konzert dann schließlich beendet und ein Großteil des Publikums dürfte sehr zufrieden gewesen sein. Es war auf jeden Fall mal ein anderes Konzerterlebnis, wobei Akustik-Interpretationen mittlerweile ja schwer im Trend liegen.

Setlist
Merseburger Zaubersprüche
Spielmann
Frei zu sein
Mein Sehnen
Lebensbeichte
Singapur
Ave Maria
In diesem Licht
Merseburger Zaubersprüche 2
Nymphenzeit

Vollmond
Die Gier
En esta noche
Nur ihr allein
Liam
Unter dem Meer
Flaschenpost
Sieben Köche
Auf`s Leben

Mein rasend Herz
It’s a long way to the top
Herr Mannelig
Küss mich

Copyright Fotos: Karsten Thurau


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Torben (05.03.2010)

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