Artist: SAMAEL
Title: Reign of Light
Homepage: SAMAEL
Label: REGAIN RECORDS
Nachdem die Schweizer SAMAEL ja schon ungeahnte Promotion durch den recht geglückten Film “Hellboy” erfahren haben (Der “Samael” war dort ein böses, unsterbliches Monster), begehen sie nun auch ihre musikalische Auferstehung. Bekanntlich wurde der langjährige Vertrag mit Century Media gelöst, um sich mehr künstlerische Freiheit zu verschaffen. Bei den Dortmundern liegen im übrigen noch einige ältere Aufnahmen von Vorph & Co., die unter dem Namen ERA ONE die eher elektronische Seite der Eidgenossen aufzeigen. Eine Art Abschiedsgeschenk, welches eventuell bald veröffentlicht wird. Man selber ließ sich auf keine Kompromisse mehr ein und gründete das eigene Label Galactical Records, welches in Europa von Regain vertrieben wird. Gespannte harrte ich der Dinge, die da aus dem Äther kommen würden...
Mit „Moongate“ geht es richtig fetzig los, Vorphs rhythmischer Sprechgesang besitzt sogar eine gewisse Rap-Attitude, so dass ich kurz in Sorge war, dass man nun auf die „Pop-Schiene“ setzen wolle. Aber dem ist nicht so, ganz im Gegenteil, die Gitarren fallen wieder aggressiver aus, Ergebnis der Produktion von Waldemar Sorychta, der ein Metaller durch und durch ist. Allerdings wirken SAMAEL anno 2004 nicht mehr so düster, was sich auch in den Texten widerspiegelt, die vorwiegend von Hoffnung, Sonne und Licht erzählen. Ausnahme: „On Earth”, dessen lyrische Seite aus der Aufzählung unzähliger Weltstädte besteht. Eine Art Verbrüderungsaufruf vom weitgereisten Bandkopf, der auch an ein paar Stellen eine orientalische Schlagseite mit einbaut („High above“). Nach mehrmaligem Hören kommt man zu dem Schluss, dass hier Härte, Melodie und sogar Tanzbarkeit eine gute Symbiose eingegangen sind. Mal geht man getragen zu Werke (das bombastische „Oriental Dawn“), dann wieder wird eine deutliche Vorliebe für LAIBACH erkennbar (z.B. „As the Sun“).
Ein sehr modernes und szeneübergreifendes Werk haben SAMAEL hier abgeliefert, welches über die gesamte Laufzeit keine Ausfälle zu verzeichnen hat. Demnächst in der Düsterdisco ihres Vertrauens und live zusammen mit den nicht übermäßig ähnlichen FLOWING TEARS.
TK (11-10-2004)
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