Artist: APOPTOSE
Title: Schattenmädchen
Homepage: APOPTOSE
Label: TESCO
Leserbewertung: 7.67 von 10 Punkten (9
Bewertungen)
Wikipedia: „Die Apoptose (griechisch von "apo" = "weg" und "ptosis" = "Fall", wie das Fallen der Blätter im Herbst) ist eine Form des programmierten Zelltods. Es ist gewissermaßen ein „Selbstmordprogramm“ einzelner biologischer Zellen.“ Ein passender Name für ein im weitesten Sinne suizidal wirkendes Ambientprojekt, das auf dem WGT 2007 zu den Höhepunkten schlechthin gezählt werden konnte. Der damals kollaborierende Fanfarenzug spielt auf dem vorliegenden, visuell sehr einfallsreichen Silberling zwar keine Rolle, aber die 7 Tracks schaffen es auch in ihrer Reinform, durchgängig zu überzeugen.
Hinter APOPTOSE verbirgt sich ein deutscher Künstler, der mit „Schattenmädchen“ sein drittes Opus in die Welt hinausträgt, dabei handelt es sich gleichsam um das Ende eines 7-Jahre währenden Zyklus, in der einige Stücke in anderer Form bereits auf Compilations vertreten waren. In Zusammenarbeit mit dem japanischen Cyberpunk Autor „Kenji Siratori“ entstand eine Reise in die Welt japanischer Mangas und Megacities, vielerorts musste ich auch an den Klassiker „Blade Runner“ denken, an die Einsamkeit des Androiden kurz vor dem Fall. Japanische, Englische und Deutsche Sprachfetzen sorgen für Abwechslung im endlosen Zusammenspiel von Raum und Zeit (die gesampelte Telefonansage lässt wahre Schauer über den Rücken laufen!). Düsteres Dröhnen dumpfer Maschinen degradiert den Menschen zum unbedeutenden Puzzleteil einer komplexen, weitestgehend unverständlichen Welt. Doch wie passt das titelgebende „Schattenmädchen“ in den Gesamtkontext? Vielleicht als Rückbesinnung auf das Wesentliche, das Leben an sich? Oder doch wieder nur ein Zerrbild der Einsamkeit? Hier mag jeder selbst entscheiden, der Interpretation gerade im Dark Ambient Genre sind keine Grenzen gesetzt.
Wie bereits erwähnt wurden einigte Titel bereits in anderen Fassungen zu Gehör gebracht, so etwa auf Samplern von Ironflame, Ikonen Media oder der Ajna Offensive (zusammen mit u.a. ALLERSEELEN, IN GOWAN RING). Wer Sounds à la Loki Foundation oder Cyclic Law nicht abgeneigt ist, wird hier sicher keinen Fehlkauf tätigen, durch die Spoken Words und vereinzelten Percussion Elemente gibt es hier bei jedem Hördurchgang neue Feinheiten zu entdecken – man muss sich nur darauf einlassen. Würde auch wunderbar als Soundtrack funktionieren, ich denke hier neben den Klassikern beispielsweise an den grandiosen „Sunshine“ von Danny Boyle, ein spannenderer Kontrast zwischen gleißender Sonne und dem Schatten, den APOPTOSE mit dieser VÖ wirft, ist nur schwer denkbar.
TK (20-07-2007)
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