Artist: EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN
Title: Alles wieder offen
Homepage: EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN
Label: POTOMAK/ INDIGO
Leserbewertung: 7.56 von 10 Punkten (9
Bewertungen)
Seit 27 Jahren sind die NEUBAUTEN schon unterwegs - unglaublich wie die Zeit vergeht. Ich kann mich noch daran erinnern, als mein Bruder sich in den 80ern das Debutalbum „Kollaps“ und die weiteren ersten Scheiben auf Vinyl zugelegt hatte. Meine Lieblingsstücke waren damals „Tanz Debil“, „Seele brennt“, „Engel der Vernichtung“ und natürlich „Yü Gung“, denen ich im zarten Alter von 10-13 Jahren mit Begeisterung lauschte. Nachdem sich die Band aber zunehmend vom Krach der ersten Stunden entfernte und theatralischer und künstlerischer wurde, hatte ich das Interesse etwas verloren und EN zugegebenermaßen dann in den 90ern auch vollkommen aus den Augen verloren. Vor diesem Hintergrund war ich natürlich besonders gespannt auf das neue Werk des Ausnahmeprojektes.
Sehr interessant ist auch die Entstehung des Werkes. Im Pressinfo ist das so gut beschrieben, dass ich mal zitiere: „[...] von den so genannten Supportern durch ein Subskriptionsmodell finanziert. Das Prinzip ist einfach: Ein Supporter kauft das nächste Album der Einstürzenden Neubauten – bevor es überhaupt eingespielt wurde. Mit dem so gesammelten Geld hat die Band die Zeit, um in Ruhe zu arbeiten – und muss sich nicht auf künstlerisch belastende Diskussionen über Verwertungslogik und Markenidentität mit Plattenfirmen einlassen.[...]“
Nun aber genug der Vorrede: Mit dem Opener „Die Wellen“, der sich nach und nach steigert und immer bedrohlicher wird, startet das Album mit einer sehr unheimlichen Atmosphäre. Das ruhige „Nagorny Karabach“ nimmt textlichen Bezug auf „Armenia“ von 1983. Als Single ausgekoppelt scheint mir „Weil weil weil“ ein realistischer Anwärter für einen neuen Clubhit der Band zu sein. Neben dem mitreißenden Rhythmus gibt es gewohnt geniale Texte: „Was gerade ist, wird krumm gebogen, was krumm ist, reden sie gerade.“ „Ich hatte ein Wort“ kann ich mir gut in geselliger Runde an einem Lagerfeuer vorstellen. „Von wegen“ beginnt ähnlich ruhig wie der Opener, baut sich ebenfalls zunehmend auf, um gegen Mitte/ Ende richtig monumental zu werden. Einen merkwürdigen Titel trägt zwar „Let’s do it a dada“, der Track rockt aber richtig ab und ist der vielleicht sperrigste, tanzbarste und abgedrehteste Song des Albums. So liebe ich die NEUBAUTEN! „Alles wieder offen“ drosselt das Tempo etwas. So beginnt „Unvollständigkeit“ zunächst ruhig und steigert sich zu dem krachigsten Song der CD. Das bezaubernde „Susej“ glänzt mit schöner Melodie und regem Violineneinsatz. „Ich warte immer noch“ sind dann die letzten Worte dieses „Neubaus“.
Blixa Bargeld, Alexander Hacke, N.U. Unruh, Rudolf Moser und Jochen Arbeit legen ein weiteres Mal ein gelungenes Album vor, dass einem hohen künstlerischen Anspruch gerecht wird. Generell gefallen mir zwar immer noch die alten Stücke besser, aber das ist nun einmal ein scheinbar abgeschlossenes Kapitel. Die erfolgreiche Weiterentwicklung ist ja eigentlich auch das Erstrebenswerte. Von daher kann ich nur meinen Hut vor den lebenden Legenden ziehen und freue mich auf das weitere Schaffen der EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN.
Darkun (16-10-2007)
Diese Seite wurde 3409 mal aufgerufen.
EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN
Perpetuum Mobile
01.03.2004
EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN
The Jewels
22.10.2008
EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN
Bielefeld - Ringlokschuppen
27.03.2004
E-Mail-Adresse:
Text-EMailHTML-EMail
![]()