Artist: DARK INTENTIONS
Title: Destined To Burn
Homepage: DARK INTENTIONS
Label: DEITY DOWN RECORDS
Leserbewertung: 10.00 von 10 Punkten (1
Bewertungen)
In Zeiten, in denen illegale Raubkopien den Labels immer größere finanzielle Schäden und Probleme bereiten, liegt nun eine CD vor mir, deren Titel übersetzt soviel heißt wie „zum brennen bestimmt.“ Kann man natürlich so oder so verstehen („Steal This Album“ von SYSTEM OF A DOWN hat die Kriminalitätsrate, zumindest meines Wissens nach, ja nun beispielsweise nicht drastisch erhöht)! Wie dem auch sein, neben „Destined To Burn“ ziert den Silberling auch der Name DARK INTENTIONS, hinter dem sich vier Recken aus Breda (Niederlande) verbergen. Ende 2002/ Anfang 2003 gegründet, haute man 2004 das erste Demo raus, legte ein Jahr später eine EP nach und hat nun mit diesem Longplayer den nächsten Schritt getan.
Der beginnt auch gleich mal recht düster mit Kriegs- und Unwettergeräuschen als Intro. Dies ist allerdings nichts im Vergleich zu dem, was anschließend noch auf uns zu kommt: Das richtige Gewitter beginnt nämlich erst, als die „2“ auf dem Display der Anlage erscheint und der erste „richtige“ Song losstürmt. „Suffer Severe“ taufte man den Opener, dessen Schlagzeug gleich mal kompromisslos auf einen einhagelt, während die blitzschnellen Riffs genau so in dem Gehörgang donnern wie das Grollen der unbarmherzigen Shouts von Vokalist Martijn Reurings. Ist letzteres noch eher im Bereich des frühen NY-Hardcores einzuordnen, summen die Instrumente eher Trashmetallische Hymnen. Dabei ist „summen“ ist in diesem Fall eines der denkbar unpassendsten Adjektive, so wuchtig und unnachgiebig wie das niederländische Quartett ihren Sound hier präsentiert. Über gut 28 Minuten drücken die Jungs das Gaspedal komplett durch und reihen dabei ein fettes Riff nach ans nächste, oder schießen mal eben ein Solo wie beispielsweise in „Holy Words“ aus der Hüfte. Das hohe Tempo der Kompositionen hat zur Folge, dass sie im Durchschnitt entsprechend gerade mal 2:30 Minuten andauern. Man merkt gar nicht, wie schnell das Liedgut einen durchs Gehör getrieben wird – höchstens durch die tierischen Schmerzen im Genick, da einen die elf Nackenbrecher unweigerlich zum headbangen treiben. Abwechslung wird einem dabei nicht wirklich geboten, allerdings wissen die Klangwerke allesamt schon ziemlich gut zu unterhalten. Martijn verlangt seiner Stimme zwar keine Quantensprünge ab, variiert aber dennoch auch in kleinem Maße sehr ordentlich; sei es beim überwiegendem Shouten im klassischem NY-HC-Stil, bei wohl platzierten Growls, Psycho-Sprachgesang-Passagen („Whispers“) oder beim phasenweise todesmetaligem Geschrei wie in „It Dies Today“. Das bereits angesprochene wirklich nette Riffing und die hier und da mal wieder eingestreuten Breaks lassen einen abwechselnd die Haarpracht und die Fäuste schwingen und bedienen so sowohl Kutten- und-Stiefel- als auch Cappy-und-Sportschuh-Träger.
Alles in allem also ein sehr gelungenes LP-Debüt von DARK INTENTIONS, bei dem vor allem Stücke wie das vortreffliche „Suffer Severe“, das erst relativ schleppend beginnende „The Murder“ oder unter anderem auch „Untouched“ durchaus das ein oder andere Schleudertraume verursachen könnten.
Alexander Vogt (28-08-2008)
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