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GUNSLINGER - Earthquake in E Minor - Preisvergleich

GUNSLINGER - Earthquake in E Minor

Artist: GUNSLINGER
Title: Earthquake in E Minor
Homepage: GUNSLINGER
Label: BUZZVILLE RECORDS

GUNSLINGER - Earthquake in E Minor - Preisvergleich

Die Midlife Crisis hat schon so manche Band wiederbelebt. Meistens sowieso erfolglose Garagencombos oder total zugedröhnte Heavyrockformationen. Ob es bei Alan Davey auch die Midlife Crisis war, die ihn dazu bewogen hat, seine alte Band GUNSLINGER zu reformieren, ist nicht überliefert. Der Bassist von HAWKWIND hätte auf seine alten Jahre auch einfach den Tinnitus einen Tinnitus sein lassen und es sich gemütlich machen können, aber nein – da war wohl dieser kleine Teufel, der ihn dran erinnert hat, dass er doch 1979 mit GUNSLINGER ne verdammt gute Zeit gehabt hat.

Welch Glück, dass ihm da auch wieder alte Demotapes in die Hände gefallen sind. Geschlagene 25 Jahre lagen die irgendwo auf Halde und wollten einfach nicht vergammeln. Wenn das kein Zeichen ist? Also ein paar Musiker um sich gescharrt und auf ins Studio, die alten Demos mit modernen Mitteln einspielen. Herausgekommen sind elf Heavyrocktitel, deren Nähe zu MOTÖRHEAD unbestreitbar ist. Auch hier ist der Bass der unangefochtene Herrscher über das instrumentale Geschehen, die Leadgitarre muckt nur selten auf und in den düsteren, morbiden Weltkriegsphantasien kommen Synthies auch nur gelegentlich zum tragen. Daveys Gesang klingt wie dreißig Jahre altes Selbstgebranntes und geht runter wie ein Ölteppich. Titel wie „Blitzkrieg Baby“ oder „Hymn of the wild“ stehen noch dazu eindeutig Pate für die Zeit ihrer Entstehung, was „Earthquake in E Minor“ zum Fenster in die Heavyrockzeit der Mitt 80er werden lässt. Eine Zeit, in der selbst Lemmy und seine MOTÖRHEAD-Mannen keine besseren Riffs auf dem Kasten hatten. Oh du gute alte Zeit. Glücklicherweise ist das Album aber energisch genug, um den Staub der Demotapes abschütteln zu können, so kann vor allem der rumpelnde Wüstenritt „Savage Love“ für Stimmung sorgen.

Alan Daveys GUNSLINGER kommt spät, wohl eher zu spät. Die rumpelnden Bassvariationen mit herumnölenden Gesang sorgen heutzutage bei keiner Kakerlake mehr für einen Herzstillstand. Wer allerdings den alten Lemmy und seine abgefuckte Bande nicht mehr ertragen kann, der wird sich hier schnell heimisch fühlen. Die sind nämlich mindestens genauso abgefuckt, machen auf dieser Scheibe aber auch einen Sound, dem man das Alter anhört. Wer Mr. Davey beim Beantragen der Rente helfen möchte, kann dies Mitte April tun, wenn die Band auf Hamburg und Berlin zur Tour kommt!

Markus Söllner (26-02-2009)

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