Artist: SCALE THE SUMMIT
Title: Carving Desert Canyons
Homepage: SCALE THE SUMMIT
Label: PROSTHETIC RECORDS
Zu SCALE THE SUMMIT gibt es nur eins sagen: Entweder man wird sie lieben oder hassen! Und eines ist unumstößlich: Ich liebe diese verdammte Band! Bereits die ersten Tracks des selbst vertriebenen Erstlings „Monument“ konnten auf MySpace für exstatische Zuckungen sorgen und so wurde kurzerhand das gute Stück direkt bei der Band aus den US of A bestellt. Mit kleiner Dankesrede versehen, kam das gute Stück auch zügig in die heimischen vier Wände geflattert und hat den Rezensenten dann vollwegs aus den Vans gehauen: Filigraner Instrumental-Rock (Adventure-Metal nennt es die Band!), der einfach Seinesgleichen sucht und definitiv nicht von dieser Welt stammt! CYNIC meets TORTOISE! Was kann es schöneres geben?
Wahre Fanliebe gibt sich nicht mit schnöden Promos zufrieden, deswegen das Debüt auf dem umtriebigen Label Prosthetic auch wieder bei der Band inklusive Shirt geordert und (immer noch mit handgeschriebenem Gruß im Umschlag versehen) rasant erhalten! Und was soll man sagen: Jenseitig, schillernd, faszinierend! Verpackt in eine etwas transparentere, klarere Produktion (vom Chefredakteur des amerikanischen „Revolver“ Magazins Tom Beaujour beaufsichtigt!) spielen sich die acht Tracks in die vorderste Liga instrumentalen Könnertums! Dabei wird aber nicht selbstbeweihräuchernd gegniedelt, nein, SCALE THE SUMMIT schaffen es irgendwie trotz aller Tempiwechsel und bohrenden Gitarrenlinien irgendwie poppig zu klingen… Man erwischt sich immer wieder, wie man einzelne Licks quasi mitsummt und dabei grenzdebil grinsen muss (Man höre sich nur einmal das wunderschöne „The Great Plains“ an). Chris Letchford (der eine Achtseitige Gitarre spielt) und Travis LeVrier sind wahre Könner an ihren Instrumenten, bewundernswert, ist die Band doch im Durchschnitt erst 22 Jahre alt. Jedenfalls können ein Steve Vai oder Yngwie Malmsteen sich nur verwundert die Augen reiben… Aber auch der Bass versinkt nicht hinter den Gitarren, sondern agiert eigenständig und treibend, die Drums stehen dem Ganzen in Nichts nach… Zu Beginn versuchte die Band es zwar einmal mit Vocals („It was totally dumb, It made us sound like a Screamo Band“, gibt Letchford zu Protokoll), hat sich dann aber schnell darauf eingeschossen, instrumentale Musik zu neuem Ruhm zu führen.
Für die einen mag es seelenloses zur Schau stellen musikalischer Masturbationskünste sein, für mich ist es die aufregendste Band der letzten zehn Jahre!
Michael Päben (07-03-2009)
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