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ATHORN - Livable Hatred - Preisvergleich

ATHORN - Livable Hatred

Artist: ATHORN
Title: Livable Hatred
Homepage: ATHORN
Label: EIGENPRODUKTION
Leserbewertung: 9.44 von 10 Punkten (9 Bewertungen)

PERFEKT!

Anders kann man die Killer-Debut-EP der Hannoveraner ATHORN gar nicht beschreiben. Das fängt beim hochprofessionellen Layout an, setzt sich mit
dem formvollendeten Presse-Kit (auf extra CD!) fort, bläst mit der selbstgeschraubten Produktion (im Waveland-Studio) weiter um und gipfelt in 4 Knallersongs, von denen ähnlich gelagerte Combos wie BRAINSTORM nur noch entfernt träumen können! Dass sich da so illustre Kollegen wie Jeff Loomis (NEVERMORE), Jasun Tipton (ZERO HOUR) oder Fuchs (DIE APOKALYPTISCHEN REITER) mit Lobpreisungen nicht lumpen lassen, ist ebenso glasklar, wie das nicht ganz uneigennützige Abdrucken der Statements im Booklet (dem leider die Texte fehlen).

NEVERMORE heisst auch das Stichwort, denn schon als ich im späten Frühjahr den Roughmix eines Songs um die Lauscher geblasen bekam, fielen mir jene als Referenz ein - sprich auch ATHORN brillieren mit bretthartem, thrashigem Power Metal, den weder die grandiosen Melodien/ Hooks/ Refrains noch die progressiven Einflüsse auswimpen können. Da die Musiker allesamt schon auf jede Menge Szene-Erfahrung zurückblicken können, passt hier jede einzelne Note zur anderen und handwerklich braucht man sich hinter keiner etablierten Kapelle zu verstecken. Allen voran natürlich Fronter/ Produzent Carsten Frank (ex-GALLOGLASS/ HUMAN FORTRESS), der nicht erst seit gestern zu den stärksten Sängern im Genre zu zählen ist. Auf diesen 4 Song-Perlen liefert er allerdings seine bisherige Meisterleistung ab und singt einen gewissen Andy B. Franck mal eben in Grund und Boden! Der stinkt mit der neuen BRAINSTORM-Schlaftablette sowas von ab gegen diese Champions League-Darbietung aus dem Hause ATHORN, das man vor jenen nur den Hut ziehen kann und muß. Da stehen seine Mitmusiker aber nicht im geringsten hinter und liefern ebenfalls eine instrumentale Offenbarung ab. Sei es nun der fett groovende Teppich von Schlagzeuger Sören Becker und Bassist Thomas Maiwald, die beinharten und dennoch melodischen Riffattacken der Axtcrew Tobias Liedke/ Stefan Aedo oder die punktgenau gesetzten fabelhaften Soli... dat passt in allen Belangen! Sie selbst nennen ihren Stil Symbionic Metal, was so viel heisst wie: Man will sich selbst nicht limitieren und wildert ein bischen in allen Metal-Genres rum und lässt eine Symbiose aus allem erklingen. Die Herren verstecken nicht, was sie haben und starten die EP mal gleich mit dem absoluten Überflieger "Humanize the Demon", zu dem man auch einen superben und technisch extrem aufwendigen Videoclip auf diesem Rundling präsentiert, der etliche Großproduktionen mal verdammt blaß aussehen lässt! Der leichte Hang zur Perfektion dürfte zwar einiges an Zeit und Nerven gekostet haben, aber der rundum sehenswerte und dem Text entsprechend choreografierte Clip zeigt, welche Energie die 5 in ihr Baby stecken. Das einleitende Riff verursacht sofort einen halben Meter Gänsehaut, dem stampfenden Groove kann man sich einfach nicht entziehen und der Chorus ist mal eben das Prägnanteste, was die Szene seit langem zu bieten hat! Darin eingebettet ist ein ruhiger Akustik-Part der derbe (vor allem bei den Vocals) an (alte=geile) ICED EARTH erinnert. Gekrönt wird dieser Killertrack von derben Growls und Deluxe-Soli, die aufzeigen, weshalb vor allem Mr. Loomis von dieser Scheibe geflasht ist! Und Wahnsinn im Quadrat liefert Herr Frank am Mikro ab, endlich kann er alle Facetten seiner Stimme ausspielen und überzeugt auf allen Ebenen, sei es nun derbes Geshoute, normaler Heavy Metal-Gesang in höheren Lagen oder fieses Gegrowle - da macht ihm so schnell keiner was vor! Dem steht die restliche Band aber wie gesagt in nichts nach und es gilt jede Menge feine Details zu entdecken. Dass das knüppelig beginnende Brett "Wink of Death" im einleitenden Blast-Part fatal an NEVERMOREs "Born" erinnert, kommt nicht von ungefähr. Allerdings geht man im weiteren Verlauf wesentlich melodischer vor, hält mit den deathigen Backings aber auch die Härtner bei Laune. Einmal mehr fabelhafte Gitarrenarbeit und ein wie entfesselt singender Carsten, sowie ein fett pumpender DREAM THEATER-Gedächtnispart runden diesen Treter ab. Wohlgemerkt verschmelzen ATHORN Elemente der genannten Bands zu zündenden Eigengewächsen, ohne dass man über die ganze EP-Länge an eine Band denken müsste. Viele Zutaten ergeben eben bei fähigen Köchen auch ein feines Mahl! "A Freaks Dawn" dürfte Jeff Waters (ANNIHILATOR) gut gefallen, da hier das thrashende Stakkato-Riff zu Beginn dominant ist, aber der melodische Anteil nicht vergessen wird. Der Refrain ist ganz großes Tennis, auch das bisweilen verschleppte Tempo mundet. Hammer-Solo im übrigen! Das getragenere, leicht epische "The Ferryman" kann sowohl in den ruhigeren Akustikparts, wie auch in den treibenden Passagen mit fetter Doublebass fesseln, erneut toppt der Chorus alles, das Solo elektrisiert und die Vocals erfreuen Herz und Hirn.

Punktum: Besser, frischer, knackiger, brettiger, runder, fesselnder... (sucht Euch selber Superlative aus) kann man modernen Power Metal im Jahre 2009 nicht fabrizieren! Wenn die Jungs nix reißen im nächsten Jahr, dann verliere ich so langsam meinen letzten Glauben an Gerechtigkeit in der Metal-Szene! (OK,es gab noch nie Gerechtigkeit...) IHR habt die Macht!

MOSES (18-10-2009)

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