Artist: PERSISTENSE
Title: In Blood And Heart
Homepage: PERSISTENSE
Label: DEITY DOWN
Leserbewertung: 9.67 von 10 Punkten (3
Bewertungen)
Was haben die Niederlande neben Antje und ihrem Käse noch zu bieten? Richtig: diabolisch bösen Metal! PESTILENCE und LEGION OF THE DAMNED seien da zum Beispiel genannt, obwohl die Liste wahrscheinlich bis ins Unermessliche weitergeführt werden könnte. Spätestens mit „In Blood And Heart“ dürfen sich dort auch PERSISTENSE (um jegliche Irrtümer auszuräumen: dieses Wortspiel setzt sich aus „to persist“ und „intense“ zusammen und ist damit vollkommen korrekt geschrieben) einreihen. 2000 startete man mit der ersten EP und löste sich fünf Jahre darauf nach einem schwierigem Lineup-Karussell wieder auf. Sänger Stefan van Vugt suchte sich prompt andere Mitstreiter, um das Projekt neu aufzurollen. Nach der 2008er Promo kommt nach neun Jahren die erste Langspielplatte des holländischen Todesbolzen auf den Markt.
Die progressiven Stücke liegen teils deutlich über der vier Minuten-Marke. Somit kommt man mit nur neun Stücken auf knappe 45 Minuten. Alle Achtung. Anfangs spielte man noch sogenannten „Swingthrash“, wovon man sich jetzt aber mehr oder weniger komplett entfernt hat. Beschreiben würde ich den Stil als sehr deathlastigen Thrash mit einer nicht zu verkennenden Bay Area-Würze. Durch die enorme Länge hat man genug Raum, um die deutlich überwiegenden Uptempo-Kracher mit ausgiebigen Soli und gemächlichen Downtempo-Phasen zu schmücken. Mit der gewissen Portion Groove garniert klingen die Stücke auch noch schön angenehm und hörbar. Wer also auf das zermürbende Geblaste der LEGIONer steht und derbe Vocals der Marke PESTILENCE bevorzugt, ist hier wohl genau richtig. Das recht monotone Gewürge von Herrn van Vugt stört mich dabei ein wenig, andere werden’s aber höchstwahrscheinlich klasse finden. Zumindest kann man sich, wie ich finde, durch die präzise Arbeit an den Instrumenten und das ausgefeilte Songwriting im überregionalen Geschehen festsetzen. Besonders lobenswert klingt der Titeltrack: dunkler, bestialisch treibender Thrash schwingt in einen stampfenden Knüppelpart um und wächst zu einem ansprechendem Gemisch aus klassischem Solo und drückendem Death. Ganz Großes Kino für die Fans!
Technisch einwandfrei, eine solide Produktion und sehr ambitionierte Musiker, bei denen von den Langäxten bis zu den Drums alles sitzt (vielleicht liegt das auch zum Teil daran, das Drummer Bram wahrhaftig Trommelen (!) mit Nachnamen heißt). Neu ist das keinesfalls, aber die Niederländer verstehen ihr Handwerk und sollten mal von Oldschool-Thrash- und Death-Fans angetestet werden!
Sebastian Palmer (05-12-2009)
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